Daily Drawdown einfach erklärt

Der Daily Drawdown, auch Tagesverlustlimit genannt, beendet mehr Prop-Firm-Challenges als jede andere Regel. Er begrenzt, wie weit dein Konto an einem einzigen Handelstag fallen darf, und weil er offene Trades mitzählt und nach der Uhr der Firma zurückgesetzt wird, bricht man ihn leicht, ohne je einen großen Verlust zu machen. Hier erfährst du, wie Firmen ihn messen und wie du darunter bleibst.

Aktualisiert am 5. November 2026

Was der Daily Drawdown ist

Jede Challenge hat zwei Verlustlimits, die gleichzeitig gelten. Der maximale Verlust (oder Max Drawdown) ist der tiefste Stand, den dein Konto je erreichen darf. Der Daily Drawdown ist das Höchste, was es an einem Tag verlieren darf, und er beginnt jeden Tag neu. Typisch sind 4 % oder 5 % pro Tag und 8 % bis 10 % insgesamt.

Die Tagesregel soll verhindern, dass eine schlechte Session den Schaden eines schlechten Monats anrichtet. Für dich heißt das: Auch ein Konto, das klar im Plus ist, kann an einem einzigen Tag scheitern.

Wie Firmen ihn messen

Der Prozentsatz ist nur die halbe Regel. Die andere Hälfte ist, wovon aus gemessen wird, und das machen Firmen unterschiedlich:

MethodeGrenze des Tages100.000-$-Konto, 5 %, Tag beginnt bei 103.000 $
Ab Kontostand zu Tagesbeginn, % des AnfangskapitalsKontostand zu Tagesbeginn − 5 % von 100.000 $98.000 $
Ab Kontostand zu Tagesbeginn, % dieses KontostandsKontostand zu Tagesbeginn × 95 %97.850 $
Ab dem Höheren von Kontostand und Equity beim Resetmax(Kontostand, Equity) − 5 % von 100.000 $98.000 $, oder höher, wenn ein offener Trade beim Reset im Gewinn lag

Die erste Methode ist die häufigste. Die dritte ist strenger, als sie aussieht: Ein offener Trade mit 2.000 $ Gewinn beim Reset hebt die Grenze des Tages um 2.000 $, und verschwindet der Gewinn, ist auch dein Spielraum weg. Lies die genaue Formulierung deiner Firma und achte auf die Wörter „Balance“, „Equity“ und „je nachdem, was höher ist“.

Equity, nicht Kontostand

Die Grenze wird einmal am Tag festgelegt, aber ständig an deiner Equity geprüft. Equity ist dein Kontostand plus Gewinn oder Verlust der offenen Trades, ein Trade muss also nicht geschlossen sein, um die Regel zu brechen. Berührt die Equity die Grenze auch nur kurz, etwa bei einem Spike, ist die Challenge bei den meisten Firmen vorbei.

Deshalb ist ein Stop-Loss in einer Challenge wichtiger als auf einem eigenen Konto. Ohne ihn kann ein Trade, der sich bis zum Tagesende erholt hätte, das Konto unterwegs trotzdem zum Scheitern bringen.

Wann der Tag zurückgesetzt wird

Der Tag endet zur Reset-Zeit der Firma, nicht zu deiner. Viele Firmen nehmen Mitternacht auf dem Handelsserver, bei vielen Brokern 17 Uhr New Yorker Zeit, also 23 Uhr in Deutschland; andere Mitternacht MEZ oder UTC. Ein Verlust am Abend und ein weiterer früh am nächsten Morgen können auf denselben Handelstag fallen, und ein über den Reset gehaltener Trade nimmt seinen offenen Verlust in den neuen Tag mit.

Ein Rechenbeispiel

Eine 100.000-$-Challenge mit 5 % Daily Drawdown, gemessen ab dem Kontostand zu Tagesbeginn. Der Montag endet bei 103.000 $, also liegt die Grenze am Dienstag bei 103.000 $ − 5.000 $ = 98.000 $.

DienstagKontostandEquityAbstand zur Grenze
Tagesbeginn103.000 $103.000 $5.000 $
Verlust von 2.000 $ geschlossen101.000 $101.000 $3.000 $
Verlust von 1.500 $ geschlossen99.500 $99.500 $1.500 $
Neuer Trade 1.600 $ im Minus99.500 $97.900 $gebrochen

Das Konto liegt nur 2.100 $ unter dem Start der Challenge und weit weg vom maximalen Verlust von 10 %, und trotzdem scheitert es, weil der dritte Trade die Equity 100 $ unter die Grenze des Tages gedrückt hat, bevor er geschlossen wurde. Der Drawdown-Rechner rechnet das für deine eigenen Zahlen aus, auch die Grenze des maximalen Verlusts.

So bleibst du unter dem Tageslimit

  • Setz dir einen eigenen Tagesstopp bei der Hälfte des Limits. Liegt das Limit bei 5 %, hör bei 2 % bis 2,5 % Minus für den Tag auf. Das lässt Platz für Slippage, eine Kurslücke oder noch einen Fehler.
  • Bemiss die Größe am verbleibenden Spielraum, nicht am Tagesbeginn. Nach zwei Verlusten frisst dieselbe Lotgröße einen viel größeren Teil dessen, was übrig ist. Der Positionsgrößenrechner und der Gold-Lotgrößenrechner bemessen jeden Trade nach dem Betrag, den du riskierst.
  • Zähl das offene Risiko mit. Drei offene Trades mit je 1 % Risiko belegen schon 3 % des Limits, bevor einer davon seinen Stop erreicht.
  • Kenne die Reset-Zeit und sei vorsichtig, Trades darüber zu halten, vor allem verlierende.
  • Meide die News-Minuten. Spreads werden breiter und Stops können weit hinter ihrem Kurs ausgeführt werden, was aus geplanten 1 % Verlust schnell 2 % macht.

Der Daily Drawdown ist eine von mehreren Regeln; der Guide zu den Prop-Firm-Challenge-Regeln erklärt die übrigen, und Trailing vs. statischer Drawdown erklärt den maximalen Verlust im Detail.

Üb es, bevor es eine Gebühr kostet

Die Regel zu kennen ist leicht; zu spüren, wie schnell ein schlechter Tag sie erreicht, nicht. Auf PropDrill spielst du echte Charts unter denselben Regeln für Tagesverlust und maximalen Verlust ab, die deine Firma nutzt. Der Simulator misst die Equity bei jeder Kerze und beendet den Versuch, sobald ein Limit bricht. So siehst du, wie sich deine Strategie an ihren schlechtesten Tagen verhält, ohne für eine Challenge zu bezahlen.

Häufige Fragen

Ist der Daily Drawdown dasselbe wie das Tagesverlustlimit?

Ja. Firmen verwenden beide Namen, manche sagen auch „Daily Loss“, „Max Daily Loss“ oder „tägliches Drawdown-Limit“. Gemeint ist immer, wie weit dein Konto an einem Handelstag höchstens fallen darf.

Zählt ein offener Verlust zum Daily Drawdown?

Bei fast jeder Firma ja. Das Limit wird an der Equity gemessen, und die enthält offene Trades. Ein Trade, der tief im Minus liegt, bricht die Regel also, selbst wenn er später zurückkommt und im Gewinn schließt.

Zählen Kommissionen und Swaps?

Meistens ja, weil sie wie jeder andere Verlust von Kontostand und Equity abgehen. An einem Tag mit vielen Trades können allein die Kommissionen einen spürbaren Teil des Limits verbrauchen.

Was passiert mit einem Trade, der über den täglichen Reset offen bleibt?

Das Limit des neuen Tages wird aus deinem Kontostand (oder je nach Firma der Equity) zum Reset berechnet. Ein Trade, der beim Tageswechsel im Minus liegt, kann den neuen Tag also schon nah an dessen Grenze beginnen.

Wird Gewinn vom selben Tag zum Limit addiert?

Das hängt davon ab, wie die Firma misst. Wird die Grenze aus dem Kontostand zu Tagesbeginn berechnet, gibt dir Gewinn im Lauf des Tages mehr Abstand zur Grenze, weil die Equity höher darüber liegt. Die Grenze selbst steigt während des Tages nicht.